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... und passiv
Massnahmen gegen SPAM - passiv
Spam vermeiden - passiv (als E-Mail-Empfänger)
Vorab
Wieso der Begriff "passiv"???
Ja deshalb, weil der Traffic im Internet bereits erzeugt worden ist.
Der Spammer hat bereits deine Emailadresse erfasst und den Müll an
Dich verschickt. Du kannst nur noch reagieren - sprich den
Spam von all den Positiv-Emails an dich aussortieren.
Seit August bekomme ich pro "richtiger" E-Mail ca. 10-20
Viren-Emails, Nachrichten über angeblich unzustellbare Emails oder
sonstigen Spam. SoBig sei Dank...
Ich persönlich nutze (erst) seit Mai 2003 eine Kombination aus
verschiedenen Spam-Filter-Mechanismen.
Ziel ist es, sowohl Spam als auch Viren aus meiner Inbox fernzuhalten.
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DNSBLs
Es gibt Server, auf denen stehen sog. Blacklists bereit. Dies sind
Listen von Rechnern, die bekannt geworden sind, dass von dort
Spam verschickt worden ist.
Ein Spamfilter befragt i.d.R. mehrere DNSBL-Server. Mit dieser
Methode lassen sich derzeit bereits ca. 80% der Spammails ausfiltern.
Nachteil: Wenn grosse Provider in der Blacklist gelistet werden,
dann werden viele Emails mit dieser Methode falsch eingestuft - So
hatte es gmx.de 2003 mal erwischt.
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Wortfilter
Wenn bestimmte Worte oder Wortkombinationen in einer E-Mail
auftauchen, dann weiss ich sofort, dass es nur Müll sein kann.
Als Beispiel nenne ich mal Stichworte, wie "Penis Enlargement",
"Viagra" oder "order now".
Der Nachteil an solchen buchstabengenauen Wortfiltern ist, dass man
seine Konfiguration manuell immer um die neu auftauchenden
Begriffe und Wortkombinationen erweitern muss. Administrativ
ist dies eine Katastrophe, insbesondere da die "bösen" Schlüsselwörter immer wieder
variiert werden: mit Bindestrichen oder Sternchen dazwischen.
Wenn die Verwendung von regulären Ausdrücken möglich ist, hilft dies
immerhin ein klein wenig weiter.
Tipp:
Gegen Virenemails generell greifen aber sehr wirksam Filter im
E-Mail-Body nach den Strings
Content-Type: application/octet-stream
<iframe
Damit kann man viele Schädlinge bereits in Schach halten; auch diejenigen,
die von meinem Virenscanner vielleicht noch nicht erkannt werden.
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Attachment-Filter
Sobald Emails mit Attachments von bestimmten Dateitypen kommen,
ist bereits fast klar, was da Sache ist. Attachments mit
PIF, EXE, SCR, VBS und andere potentiell gefährlichen
Datei-Erweiterungen sind hier auf der Abschussliste.
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Bayesischer Filter
Welche E-Mail alle obigen Tests besteht, darf sich mit dem derzeit
wirksamsten Filter gegen Spam auseinandersetzen: dem Bayesischen
Filter.
Dieser Mechanismus ist nach einem Mathematiker benannt, der seinerzeit
noch gar nicht von E-Mail oder Spam wusste. Dahinter steckt eine
statistische Methode: jede E-Mail, die ich als Anwender als Spam
deklariere, wird Wort für Wort als Indikator für Spam gewichtet.
Und umgekehrt die Worte jeder Positiv-E-Mail andersherum bewertet.
Aber das passiert alles im Hintergrund. Als Anwender sage ich nur: dies
hier ist Spam - und das hier nicht. Der Filter lernt anhand dessen
"allein".
Für Administratoren in einem Netzwerk ergibt sich der Vorteil, dass
man hier nichts an allen Clients konfigurieren muss. Die Anwender
trainieren die Software allein.
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meine bei mir privat eingesetzte Software
Ja gut, ich bin weder Masstab, noch repräsentativ. Aber oben ist
viel Theorie beschrieben... - so ist das Ganze bei mir privat (Win 98/ XP) in
die Praxis umgesetzt:
- SPAMPAL
Dieses Tool ist OpenSource und damit kostenlos
erhältlich. Es arbeitet mit vielen Pop3-E-Mail-Clients
zusammen. Wie dieses Tool zu integrieren ist, hierzu
gibt es auf der Homepage Anleitungen für die verschiedensten
E-Mail-Programme (z.B. Netscape, Outlook-Express, Eudora, ...)
Spampal fragt in seiner Standard-Konfiguration DNSBLs ab. Erhalte ich E-Mail von einer
bekannten Spam-Schleuder, würde dies entsprechend markiert. Die DNSBL-Abfragen
habe ich deaktiviert.
Weiterhin habe ich das Plugin RegExFilter im Einsatz. Dieses Plugin
ist seit Version 1.5 in der normalen Download-Version enthalten.
Damit filtere ich
- Atachments anhand von Extensions als auch Content-Typ
- Iframes im Body, denn wer sowas macht, will bestimmt nichts Gutes ;-)
Konfiguriert wird dies in den Einstellungen
unter "Plugins" oder man sucht nach der Datei FITLERS.DAT in
[Anwendungsdaten]\SpamPal\plugins\regexfilter\.
%=Line: {\b(name=).{1,20}\.(ADE|ADP|BAS|BAT|CHM|CMD|COM|CPL|CRT|EXE| (... weitere Extensions ...) [Virus: dangerous attachments]
%=Line: "Content-Type: application/octet-stream;" [Virus: application/octet-stream]
%=Line: "Content-Type: application/x-msdos-program;" [Virus: application/x-msdos-program]
%=Line: "<iframe" [Virus: iframe]
Wenn eine Spam-Welle mit definierten Subject-Zeilen reinkommt,
kann man diese ebenso hinzufügen:
s. Blog vom 15.05.2005
Spampal fügt im Falle dass etwas suspekt erscheint
schlussendlich lediglich einen Eintrag im Header der eingegangenen
E-Mail ein - nicht mehr und nicht weniger.
Das Plugin trägt einen Header-Eintrag namens X-RegEx ein und
den gewählten Text in den eckigen Klammern in der Filters.dat ein.
Im Emailclient sind dann Rules eingerichtet, die nach diesen
Headern sucht: wenn eine Headerzeile X-RegEx existiert und
das Wort Virus enthält (z.B. aus der Zeile Virus: dangerous attachments),
dann verschiebe sie in den Ordner _SPAM.
- E-Mail-Client - bayesischer Filter
Der Emailclient Mozilla Thunderbird verfügt über einen eingebauten bayesischen Filter.
Outlook liesse sich beispielsweise mit dem Plugin SpamBayes nachrüsten.
Hierüber werden Emails nach verdächtigen Inhalten gescant.
Über das Menü Tools --> Junk Mail controls lassen sich sich
Spammails, wenn sie nach ein paar Wochen 100%-ig erkannt werden,
in einen separaten Ordner verschieben.
- E-Mail-Client - sonstige Rules
Infolge des Virus SoBig kamen weiterhin viele Emails zu mir, die mir meldeten, dass
E-Mail XY nicht an den Empfänger zugestellt werden konnte. Dumm nur,
dass ich gar nicht der Absender war und mit trotzdem solcherlei Informationen
zugeschüttet werde. Für diese Fälle
wurden Filter/ Rules für Emails mit dem Subject "failure notice",
"delivery failed" etc. erstellt.
Eine weitere Regel prüft die Absender-Adresse auf meine Adressbuchinhalte.
Wenn Familie und Freunde etwas senden, wird die Nachrichtenzeile
anders eingefärbt.
Anm.: Dies wird in Mozilla Thunderbird mit Hilfe der Labels gemacht. OK, genaugenommen
werden die Labels missbraucht, aber ich benötige diese nicht anderweitig.
In Outlook geht dies mit der Zuweisung von Schriftart und -farbe weit eleganter.
Auf jeden Fall helfen mir die Einfärbungen, nicht etwa die Emails der Freunde
zu übersehen, falls diese versehentlich in meinen Spam-Ordner verschoben
worden sind.
- E-Mail-Client - weitere Einstellungen (nicht in der Abb.)
Man sollte nicht auf Spams antworten oder versuchen, den Abbestellen-Link
zu klicken. Damit ist dem Absender klar: diese E-Mail kam bei Empfänger XY an.
Ein paar Einstellungen empfehlen sich noch, um einem Spammer unbewusst
Feedback zu geben:
- keine Antwortbestätigung durch das Emailprogramm senden.
Mozilla Thunderbird:
Menü Tools --> Options --> Advanced Preferences --> Return Receipts --> Never send a return receipt
- Ansicht der Emails "als Text" einstellen. Hintergrund: werden HTML-Emails gesendet, die Grafiken
als URLs enthalten, löst das Öffnen der E-Mail einen HTTP-Request aus.
Mozilla Thunderbird:
Menü View --> Message Body As --> Plain Text
- Alternativ zu 2. (wenn man es doch bunt mag) kann man auch das Laden von externen Grafiken unterbinden:
Mozilla Thunderbird:
Menü Tools --> Options --> Advanced Preferences --> Privacy --> EIN: Block loading of remote images (...)
- Javascript in Emails nicht ausführen:
Mozilla Thunderbird:
Menü Tools --> Options --> Advanced Preferences --> Privacy --> AUS: Enable JavaScript in mail messages
- Virenscanner (nicht in der Abb.)
Das ist ja nun wirklich Pflicht. Hier nehme jeder, was er mag.
Hauptsache, man verwendet nur ein einzelnes Produkt (doppelt hilf in diesem Falle
nicht besser), das einen permanenten Wächter mitbringt und sich regelmässig
zu aktualisieren vermag.
- Software-Firewall (nicht in der Abb.)
Da streiten sich die Geister. Dem Laien vermittelt es eine
Pseudo-Sicherheit, weil scheinbar bei jedem kleinen Programm
um Zulasung für den Internet-Zugriff gefragt wird.
Im Sinne des Antispam können sie beim Content-Filtering hilfreich sein.
So werden von manchen Produkten Attachments bestimmter
Erweiterungen (.bat, .com, .vbs und andere) in E-Mails umbenannt, damit
sie nicht bei einem unbedarften Klick automatisch starten.
- Router mit Firewall (nicht in der Abb.)
Soweit so gut...
Einmal am Tag schaue ich aber doch noch in meinen Spam-Ordner rein, um zu sehen,
ob was falsch einsortiert wurden.
Im Moment kann ich mit dem mir gesendeten Spam umgehen. Aber mal sehen,
was die Zukunft bringt...
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