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Immer wieder hilfreich: SMS mit Roaming-Kosten

Zum Jahreswechsel war ich mal wieder St. Petersburg. Von meinem Mobilanbieter bekomme ich stets eine SMS mit Roamingkosten für das jeweilige Land, sobald er mich irgendwo neu lokalisiert.
Auch wenn wir 2017/2018 haben - und ich “mitten in Europa” war (der Ural als Europagrenze zu Asien ist 1.500 km weg), war dies eine hilfreiche Info:

2018-01-18-roaming-kosten.jpg

Ich nehme mal an, das meinen sie ernst: 10 Franken für 1 Megabyte.
Wenn man es hochrechnet: 1GB Datenvolumen kosten 10.000 Franken (=9.000 Euro). *Schluck*

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Visumantrag Russland

Freitag kam mein neuer Reisepass - der alte wäre im Juni abgelaufen.

Heute wurde der Visumantrag für Russland parat gemacht und kann morgen eingereicht werden.

Für ein Russland-Visum benötigt man eine Einladung. Bisher hatte diese über die Schwiegereltern bekommen (ist aber aufwändig), dann ich eine Reiseagentur in Bern beauftragt.
Diesmal probieren wir es über VHS Bern - hier kann ein russischer Ehegatte ohne selbige Einladung das Visum einreichen.

Neben dem mehrseitigen elektronischen Antrag (1 PDF-Seite ist davon auszudrucken) sind etliche Kopieen, Bescheinigungen, … im Antrag beizulegen.

Wie ich Bürokratie-Kram hasse! 39 Seiten Papier für ein Visum!

2014-05-18-visumantrag-ru-2014-beschriftet.jpg

Nun darf gern der angenehme Teil des Sonntags kommen!

weiterführende Links:

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Olympia Eröffnung in Sotschi

Da haben die Russen die Ankündigung ja wahr gemacht: beim Einmarsch der Russischen Mannschaft war als Hintergrundmusik die sog. “Lesben-Band” t.A.T.u. [1..3] ist als Dauerschleife zu hören. Ganz sicher ist das ein subtiler Wink mit dem Zaunpfahl auf die Proteste aus dem Ausland. Der Name der Gruppe t.A.T.u. ist die Abkürzung für “Ta Lubit tu”, was übersetzt so viel bedeutet wie “Dieses Mädchen liebt jenes Mädchen”.

Wenn man ein wenig zurückschaut…
Unter Stalin wurde Homosexualität unter Strafe gestellt. Erst nach Ende der Sowjetunion 1993 wurde dies abgeschafft. In vielen Köpfen ist aber noch das alte Denken drin: es sei eine Krankheit, die man heilen müsse oder Folge schlechter Erziehung. [4]
Ich glaube, das wird noch eine Generation brauchen, bis derlei Vorstellungen verdrängt werden. Bei einer representativen Umfrage stimmten 85% gegen die Homo-Ehe [5].

Es geht, wenn man es historisch betrachtet, immerhin in die richtige Richtung, dass vor dem Gesetz gleichgeschlechtliche Ehe erlaubt ist. Es braucht einfach noch Zeit. Dennoch ist es wichtig, dass Organisationen, wie Human Rights Watch auf Misstände aufmerksam machen.

Ich kann zudem nur hoffen, dass der Einfluss der Kirche in Russland sich nicht durchsetzt. Beiträge [6] oder [7] zeigen, dass es durchaus mächtige Kräfte gibt, die das Rad der Geschichte zurückdrehen wollen.

Noch etwas: Auf der offiziellen Webseite der olympischen Spiele [8] ist die Liste der Sportarten ein regenbogenfarbenes Band mit Parallelogrammen (bei Mouseover wird die Farbe kräftig).

Google verwendete am 07.02.2014 in seinem Logo ebenso Regenbogenfarben - aber nur 6 der Regenbogenfarben, eine andere Farbreihenfolge, als auf der offiziellen Webseite und andere Winkel. Komisch.
Diese kreative Adaption loben manche westliche Webseiten - Welt [9] - als Googles schwulenfreundliche Initiative. Das find ich eine äusserst konstruierte Interpretation - es geht wohl nur ums bashen.

2014-02-08-olympiavsgoogle.jpg

weiterführende Links

  1. Wikipedia: t.A.T.u.
  2. Webseite der Band tatu.ru (en)
  3. Youtube: Nas ne dogoniat - der bei Olympia gespielte Song
  4. aktuell.ru: Orthodoxe Kirche fordert Referendum über Schwulen-Verbot
  5. aktuell.ru: 85 Prozent gegen Homo-Ehe: homophobe Stimmungen nehmen zu
  6. aktuell.ru: Orthodoxe Kirche fordert Referendum über Schwulen-Verbot
  7. aktuell.ru: Orthodoxer Schauspieler will Homosexuelle verbrennen
  8. sochi2014.com
  9. Welt.de: Google zeigt sich mit Regenbogen schwulenfreundlich
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Webseite des SRF verschläft Start der olympischen Spiele?

Die ersten Wettkämpfe in Sotschi sind beendet.
Die offizielle Seite der Olympischen Spiele http://www.sochi2014.com/ hat rechts oben 2 Links auf SRF

2014-02-06-sotschi-at-srf-01.jpg

Beide dortigen gehen ins Leere (die zu anderen SRG Unternehmenseinheiten hingegen sind OK).

Weder der Link

http://www.srf.ch/sotchiplayer
2014-02-06-sotschi-at-srf-02.jpg

noch http://www.srf.ch/sotchi
2014-02-06-sotschi-at-srf-03.jpg

wurden gefunden.

@SRF: Es ging nun los! Bitte diese Seiten schnell freischalten :-)

Anm.: dieser Blogeintrag und Screenshots entstanden nach Kontakt-Aufnahme mit dem SRF Kundendienst. Natürlich gibt es alles rund um Olympia auf srf.ch - es geht rein um die Links, die der offiziellen Olympiaseite kommuniziert wurden.

Links:

Updates:
10.02.: Kundendienst findet den besagten Link nicht - ich sende einen Screenshot zurück.
11.02.: Kundendienst schreibt, es wurde an die Multimedia Sportabteilung weitergeleitet.
12.02.: Redirects wurden eingerichtet - die Links funktionieren nun.

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Russland verbietet Homo-Propaganda - oder: Der Westen versteht Russland einfach nicht

In Russland gibt massiv mehr Hinweise bzgl. Altersdeklarationen. Wo bei uns im Fernsehen Banner zu Filmen ab 16/ 18 Jahren eingeblendet werden, laufen einem überall in Medien +6 oder +12 … in wesentlich feineren Abstufungen über den Weg.
Der Schutz der Kinder erfuhr in den letzten Jahren viele Regelungen. So landeten beispielsweise sowjetische Trickfilme, die ich in meiner Kindheit mit Begeisterung konsumiert habe, auf dem Index (soll heissen: dürfen erst ab 23:00 im Fernsehen gezeigt werden). Begründung war: Filme seien für bestimmte Altersgruppen zu gruselig oder haben schlechte Vorbildwirkung (in “Nu Pogodie”: der Wolf raucht, ist ungehobelt - Link [2]). Ich empfand das damals als lächerlich überzogen.
Das Homo-Propaganda-Gesetz verbietet Kindern (und nur eben nur diesen) die Homosexualität näherzubringen. Das ist das, was seit Verabschiedung dieses Gesetzes in der russischen Presse dazu erläutert (Link [3]) wurde, deckt sich mit seitherigen Aussagen offizieller Seite.
Was ich andeuten will: wenn man sich etwas mit der Entwicklung in Russland beschäftigt, erkennt man leicht einen roten Pfaden, in welche Richtung der Schutz der Kinder geht.
Was das Homo-Propaganda-Gesetz zum Handeln Erwachsener aussagt, wurde stets gleichartig kommuniziert.

November 2013 Link [4]:

Der russische Präsident Wladimir Putin hat klare Worte gegen die Diskriminierung von Lesben und Schwulen gefunden. In Russland ist ihm zufolge kein Platz für Xenophobie gegenüber Homosexuellen.

… bis zu Januar 2014 Link [5]:

Anders als in vielen anderen Staaten werden homosexuelle Beziehungen in Russland nicht geahndet – damit kommentierte Präsident Wladimir Putin das russische Gesetz gegen die Popularisierung der Homosexualität unter den Minderjährigen, das im Westen kritische Stimmen ausgelöst hat.

Die Aussage der russischen Politik ist seit Verabschiedung des Gesetzes konsistent, berechenbar: privat, lebe doch du willst. Selbst von ganz oben wird immer wieder unermüdlich betont, das Homosexualität - wie im Gesetz beschrieben - straffrei ist und in naher Zukunft offensichtlich auch bleibt.

Und beim Schweizer Radio und Fernsehen (SRF)? Link [1]

Mit dieser Aussage unterstellt Putin Menschen mit homosexueller Ausrichtung, dass sie sich vor allem jungen Menschen und Kindern in sexueller Absicht nähern.

Das finde ich dann doch eine sehr fragwürdige Behauptung, die sich zudem aus dem Rest des Beitrages nicht herleiten lässt. Altersabstufungen, Schutz der Kinder - der Autor kennt nicht die Entwicklung in Russland der letzten Jahre (oder blendet sie aus) und sagt wohl einfach das, “was eine Mehrheit hören will”. Polemik?

weiterführende Links:

  1. SRF: Putin macht fragwürdige Aussagen über Homosexuelle
  2. Youtube: Suchergebnisse zu “Nu Pogodi”
  3. ria.ru: Infografik zu Verbot der Homo-Propaganda
  4. ria.ru: Putin November 2013
  5. ria.ru: Putin Januar 2014
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