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Erdogan Plakat im Schweizer Parlament

“Kill Erdogan with its own weapons.”
So die Aufschrift eines Skandal-Plakates der Demo vom Samstag in Bern.
Kill … ja es kann töten heissen … den Film “Kill Bill” kennt ja auch jeder. Da fliesst so schööön viel Blut. Klingt schön reisserisch. Und gibt Klicks.
Wie gesagt: “kann”. Es heisst aber auch:

  • “fertig machen”
  • “ausser Gefecht setzen”
  • “schlagen”

Naja, also wenn man wirklich wollte, kann man eine andere Übersetzung wählen. Jemanden mit seinen eigenen Waffen zu schlagen klingt in der Tat nen Tick moderater - wird aber nirgends in den Medien so übersetzt.

Erdogan sagte als Reaktion darauf dieses Wochenende:

Im Schweizerischen Parlament hat heute eine Terrororganisation ein Bild von mir gezeigt, auf dem eine Pistole zu sehen ist, die auf meinen Kopf zeigt. Hören Sie gut zu: Im Parlament. Hält man das für möglich? Und das in der Schweiz?

Hm, also ich habe das Plakat im Vorbeigehen auf dem Bundesplatz gesehen, aber halt nicht *im* Parlament. Ich war aber nicht die gesamte Zeit dabei. Auch Mitglieder der Organisationskomitees gaben in der Presse kund, das Plakat war NICHT im Parlement. Ein Präsident lügt doch aber nicht - nein, das kann nicht sein! Wer hat bitte ein Foto davon - oder einen Artikel, der das belegt? Ich werde es auch gern hier anfügen.

Hier das Beweisfoto: das Plakat “Kill Erdogan with its own weapons” wurde wirklich *im* Schweizer Parlament aufgehängt:
+++ PLATZHALTER +++

(pendent seit 26.03.2017 - aber Erdogan ist ja Präsident würde doch nie lügen - es kommt ganz bestimmt schon bald)

+++ /PLATZHALTER +++

weiterführende Links:

  1. dict.cc: kill
  2. SRF: Anti-Erdogan-Plakat in Bern Staatsanwaltschaft eröffnet ein Verfahren
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Interview mit dem SRF ist online

Ich bin verbal eher das Gegenteil einer Plaudertasche. An sich hatte ich Bedenken, ein Interview zu geben. Aber ich kannte Andrea – und ich konnte private Dinge, über die ich nicht öffentlich sprechen wollte, aussen vor lassen. Wenn ich anderweitig angefragt worden wäre - seien es auch seriöse Medien der Öffentlich Rechtlichen gewesen (ARD, ORF, …) - hätte ich mich wohl niemals auf ein Interview eingelassen.

Es sollte um die persönlichen Erlebnisse der Wendezeit gehen. Also der 9. November. Tage und Wochen davor und danach. Wann ich das erste Mal im Westen war.

2014-11-05-perso-1990-mit-visum.jpg

Etwa 1 Woche vor dem Interview habe ich angefangen, im Hirn nachzugraben, wie es dann damals nun nochmal genau war. 25 Jahre ist eine verdammt lange Zeit. Es gibt da einzelne, eher verschwommene Bildfetzen in der Erinnerung. Aber wie sortiert man die zeitlich ein - was ist mit den Lücken dazwischen? Da ist soviel einfach weg!

Am 28.Oktober war das Interview. Eine gute Stunde haben wir miteinander - also mehrheitlich natürlich ich - gesprochen. Sowenig, wie mir im Vorfeld vorbereitend auf das Gespräch in Erinnerung war, umso überraschter war ich eigentlich, was mir noch alles während des Interviews an Details einfiel.

Aus über 1 h Gespräch wurde der Text nochmal eingedampft, damit etwas Lesbares und von der Menge her Verdauliches entsteht.

Ich empfand es als sehr angenehm, dass ich im Vorfeld der Veröffentlichung den Artikel Probelesen konnte, um Korrekturen vorzunehmen und auch ein ungewolltes Bild rauswerfen zu lassen.

Heute Mittag ging ihre Artikelserie beim SRF online. Und unter dem Strich hat es echt Spass gemacht. Danke Andrea! “Jederzeit wieder” würde ich aber trotzdem nicht unbedingt sagen…

Weiterführende Links:

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Russland verbietet Homo-Propaganda - oder: Der Westen versteht Russland einfach nicht

In Russland gibt massiv mehr Hinweise bzgl. Altersdeklarationen. Wo bei uns im Fernsehen Banner zu Filmen ab 16/ 18 Jahren eingeblendet werden, laufen einem überall in Medien +6 oder +12 … in wesentlich feineren Abstufungen über den Weg.
Der Schutz der Kinder erfuhr in den letzten Jahren viele Regelungen. So landeten beispielsweise sowjetische Trickfilme, die ich in meiner Kindheit mit Begeisterung konsumiert habe, auf dem Index (soll heissen: dürfen erst ab 23:00 im Fernsehen gezeigt werden). Begründung war: Filme seien für bestimmte Altersgruppen zu gruselig oder haben schlechte Vorbildwirkung (in “Nu Pogodie”: der Wolf raucht, ist ungehobelt - Link [2]). Ich empfand das damals als lächerlich überzogen.
Das Homo-Propaganda-Gesetz verbietet Kindern (und nur eben nur diesen) die Homosexualität näherzubringen. Das ist das, was seit Verabschiedung dieses Gesetzes in der russischen Presse dazu erläutert (Link [3]) wurde, deckt sich mit seitherigen Aussagen offizieller Seite.
Was ich andeuten will: wenn man sich etwas mit der Entwicklung in Russland beschäftigt, erkennt man leicht einen roten Pfaden, in welche Richtung der Schutz der Kinder geht.
Was das Homo-Propaganda-Gesetz zum Handeln Erwachsener aussagt, wurde stets gleichartig kommuniziert.

November 2013 Link [4]:

Der russische Präsident Wladimir Putin hat klare Worte gegen die Diskriminierung von Lesben und Schwulen gefunden. In Russland ist ihm zufolge kein Platz für Xenophobie gegenüber Homosexuellen.

… bis zu Januar 2014 Link [5]:

Anders als in vielen anderen Staaten werden homosexuelle Beziehungen in Russland nicht geahndet – damit kommentierte Präsident Wladimir Putin das russische Gesetz gegen die Popularisierung der Homosexualität unter den Minderjährigen, das im Westen kritische Stimmen ausgelöst hat.

Die Aussage der russischen Politik ist seit Verabschiedung des Gesetzes konsistent, berechenbar: privat, lebe doch du willst. Selbst von ganz oben wird immer wieder unermüdlich betont, das Homosexualität - wie im Gesetz beschrieben - straffrei ist und in naher Zukunft offensichtlich auch bleibt.

Und beim Schweizer Radio und Fernsehen (SRF)? Link [1]

Mit dieser Aussage unterstellt Putin Menschen mit homosexueller Ausrichtung, dass sie sich vor allem jungen Menschen und Kindern in sexueller Absicht nähern.

Das finde ich dann doch eine sehr fragwürdige Behauptung, die sich zudem aus dem Rest des Beitrages nicht herleiten lässt. Altersabstufungen, Schutz der Kinder - der Autor kennt nicht die Entwicklung in Russland der letzten Jahre (oder blendet sie aus) und sagt wohl einfach das, “was eine Mehrheit hören will”. Polemik?

weiterführende Links:

  1. SRF: Putin macht fragwürdige Aussagen über Homosexuelle
  2. Youtube: Suchergebnisse zu “Nu Pogodi”
  3. ria.ru: Infografik zu Verbot der Homo-Propaganda
  4. ria.ru: Putin November 2013
  5. ria.ru: Putin Januar 2014
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Merkel wurde abgehört? Dann hat es zum Glück die Richtige getroffen.

Das meine ich jetzt ganz und gar nicht persönlich. Viel mehr ist es doch so, dass man vor den Wahlen kurzerhand hat totschweigen wollen. Eine Delegation war in den USA und kam mit der Erklärung zurück, das alles in Ordnung sei und man sich doch an Gesetze hielte. Die allgemein als “NSA Affäre” bekannte Etwas wurde von Profalla für beendet erklärt:
“Es gibt in Deutschland keine millionenfache Grundrechtsverletzung”
“Es gebe Ausspähungen „nur in ganz konkreten Einzelfällen, die unserer Sicherheit dienen”.
“Der Vorwurf der vermeintlichen Totalausspähung ist vom Tisch”
Die Opposition monierte weiterhin im Bundestag? Egal. Klappe zu - Affe tot.

Wenn ich meine, es hätte die Richtige Person getroffen, vielmehr im Sinne, dass ebenjene Partei nun einen Motivationsschub erhalten hat, sich doch wieder mit dem eben noch nicht beendeten Thema auseinanderzusetzen.

Zwar ist man bemüht, auf die Schnelle zum Besten zu geben, man hätte die NSA Affäre nie für beendet erklärt. Jaja. Dann basierte die Häme in “Profalla beendet Dinge” auf einer blossen Fehlinterpretation?

Nun möchte also Deutschland mit Frankreich einen Verhaltenskodex für Geheimdienste ausarbeiten. Was soll das? Also wenn mir persönlich etwas Unangenehmes antäte, dann darf man denjenigen nicht nur sein Unbehagen und Unverständnis klarmachen und zur Rechenschaft ziehen - demjenigen würde ich auch fortan aus dem Weg gehen. Egal, ob eine Entschuldigung kam oder nicht. Die Gegenseite muss mir beweisen, dass ich ihr wieder vertrauen kann.

Die USA soll sich schlussendlich aber nicht aussuchen können, ob sie einem in Europa formulierten Verhaltenscodex zustimmen wollen oder aber nicht. Ich würde eine Entschuldigung sehen wollen. Und die USA sollen aufzeigen, warum man ihnen weiterhin vertrauen kann - dass sie trotz NSA-Skandal und trotz Staatshaushalt wirklich verlässlich sind. Liebe CDU - bekommt ihr das hin?

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ARD Berichterstattung zu Snowden ist sehr amerika-lastig

Warum kommentieren die deutschen öffentlich-rechtlichen Nachrichten ausführlich die amerikanische Sicht Wehwehchen im Fall Snowden: Obama telefoniert mit Putin, Obama sucht gemeinsamen Standpunkt mit Republikanern und Demokraten; Obama erwägt das Vier-Augen-Gespräch mit Putin abzusagen; McCain sagt, Russland wolle die USA erniedrigen usw.

Zur russischen Gegenseite heisst es in einem Satz kurz und knapp: sie wiesen die Vorwürfe zurück. Punkt.

Gefühlt ist es eine äusserst einseitige Berichterstattung.

Die USA hatten ihrerseits doch seine Reisedokumente für ungültig erklärt! Ohne gültige Reisedokumente käme ich in von einem russischen internationalen Flughafen auch nicht mehr zurück in meine Heimat oder auch nur irgendwohin.

Oder soll bei ich den jetzigen Skandalen rund um PRISM und xkeyscore vielleicht meine Mitleidsfähigkeit mit den Amerikanern aufrecht erhalten werden? Ich weiss es nicht.

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Tags: News, Politik