Linux: bei Änderung einer / mehrerer Dateien ein Kommando starten

Mittwoch, 16. Oktober, 2019

Ich brauchte da mal was für unsere Systemlandschaft: der Webservice soll neu gestartet werden, wenn sich eine vordefinierte Datei ändert. Wenn es ein Update der Web-Applikation gibt, dann kann jenes Update ein touch [Dateiname] auslösen.

Wenn das Check-Skript mit einem User läuft, der den Webservice starten darf - sei es mit root oder einem User, dem sudo auf systemctl erlaubt ist - dann kann ein Entwickler niedrige Applikationsrechte haben, ihn aber eine spezifische höhere Rechte erforderliche Aktion ausführen lassen, ohne ihm selbst root oder sudo Rechte geben zu müssen.

Mein Skript habe ich onfilechange.sh genannt.
Es benötigt minimal Parameter zum Erfassen der zu überwachenden Trigger-Dateien und das auszuführende Kommando.
Mit einem “-v” schaltet man den Verbose-Modus ein - dann sieht man mehr, was das Skript gerade macht.

Parameter:

-c [command]
    command to execute on a file change
-f [filename(s)]
    filenames to watch; separate multiple files with space and put all in quotes
-h
    show this help
-i
    force inotifywait command
-s
    force stat command
-v
    verbose mode; enable showing debug output
-w [integer]
    for stat mode: wait time in seconds betweeen each test or on missing file; default: 5 sec

Ein erstes einfaches Beispiel:
Es wird der Text Hallo ausgegeben, sobald man (z.B. in einem 2. Terminal) die Datei /tmp/mytestfile toucht oder beschreibt.

onfilechange.sh -f "/tmp/mytestfile" -c 'echo "Hallo" '

Mit einem zusätzlichen Parameter -v kann man etwas genauer reinschauen, wie das Skript onfilechange.sh arbeitet.

Auf der Kommandozeile macht das Skript wenig Sinn. Um es permanent laufen zu lassen, sollte man es als Dienst einrichten. Wie man mit dem Skript einen Systemd Service einrichtet, ist in der Readme enthalten. Folge ganz unten dem Link zum Sourcecode.

Lizenz: Free software; GNU GPL 3.0

Und noch etwas zu den Interna, wie man die Datei-Überwachung bewerkstelligen kann:

(1)
Das gibt es zum einen inotifywait . Das Tool erhält man in vielen Distros mit Installation der “inotify-tools”.

Nachteile:
- Die Datei / alle zu prüfende Dateien müssen immer existieren. Wenn es einen Prozess gibt, der das Löschen der Trigger-Datei zulässt, ist diese Kommando ungünstig
- Installation der “inotify-tools” ist erforderlich

Vorteile:
+ Man kann mehrere Dateien zum Überwachen andocken
+ Man kann spezifisch definieren, welche Events man überwachen möchte
+ Ohne einen Loop zu verwenden, kann man nach Beendigung mit Returncode 0 ein Kommando starten. Die Ausführung erfolgt sofort

(2)
Das Kommando stat liefert etliche Datei-Attribute, wie Namen, letzer Zugriff, letzte Änderung, Rechte, …

Nachteile
- man kann nur 1 Datei prüfen. Bei mehreren muss man sich einen Loop über n Dateien bauen
- es braucht eine while Schleife und ein sleep N, um zyklisch einen Zustand zu überwachen
- der Kommando-Aufruf erfolgt nicht sofort, sondern ist entspr. sleep in dessen Wartezeiten etwas verzögert.

Vorteile:
+ Man kann obige Nachteile weitestgehend umgehen - dann ist die Prüfung mit stat auch die zuverlässigere Variante
+ Es ist in jeder Distribution in der Standard-Installation enthalten

weiterführende Links:

  1. Download/ Readme: git-repo.iml.unibe.ch: onfilechange

Xampp: Port 3306 belegt - durch Firefox

Mittwoch, 2. Oktober, 2019

Schon komisch: ein Programm krallt sich einen Port. Ich dachte, das wäre die Domäne von Skype.

2019-10-02-xampp-port-3306-durch-firefox-belegt.png

Abhilfe:

  1. Firefox beenden
  2. Mysql im Xampp starten
  3. Firefox starten

Spam: Fake-Termin-Flut bei Google-Kalender

Montag, 2. September, 2019

Heise meldet: Mails mit Spam-Terminen fluten die Konten von Nutzern des Google-Kalenders. Einen Filter für die automatische Übertragung gibt es nicht.

Ich habe ganz sicher in meinem Google-Kalender noch nie eine bewusste Einstellung getroffen. Wem es ebenso geht, der sollte ebenso einmal seine Einstellungen öffnen und die Option zum Hinzufügen der Einladungen von automatisch (=alle per E-Mail zugestellten Einladungstermine werden immer ohne Zutun im Kalender angelegt - jenes ist das Einfallstor) auf etwas Schwächeres einstellen.

So geht es:

(1)
Einstellungen aufrufen Google Kalender Einstellungen

(2)
… dann links auf “Event settings”

(3)
… dann sollte man die Einstellung bereits sehen:

2019-09-02-google-cal-settings.png

weiterführende Links:

  1. Heise: Fake-Termine: Spam-Flut bei Google-Kalender

preDispatcher - speed up my slow Concrete5 website

Dienstag, 20. August, 2019

Meine Concrete5 Webseite wurde langsamer und langsamer. Sie wird auf einem Shared Hosting betrieben (was ohnehin nicht die schnellste Option sein kann) - hier kann ich zudem keinen Varnish oder auch nur irgendeinen anderen Caching Dienst installieren und davorschalten, sondern muss mich mit .htaccess und Standard-PHP-Mitteln behelfen können.

Das Initialisieren eines Requests in Concrete5 (Bootstrapping) braucht scheinbar sehr lange. Selbst statische Inhalts-Seiten, die ein aktives Fullpage Cache haben, benötigen für die Verarbeitung am Server mehr als 200 ms. Hinzu kommen für einen kompletten Request dann noch Netzwerkzeiten für Namensauflösung (DNS), Anfrage zum Server senden … und das Ergebnis zum Browser zurücksenden, was der Browser dann rendert. Meine schnellsten Seiten aus dem CMS waren bei 300 ms. Andere brauchten 3 Sekunden und mehr. Concrete5 ist einfach langsam.

Ich habe einen Cache geschrieben, der Concrete5 vorgeschaltet ist und im Filesystem seine Caching-Daten ablegt. Kurz er hat minimalste Anforderungen und arbeitet mit einem Shared Hoster. Dieses “Vorschalten” umgeht die lange Initialisierungszeit von Concrete5 - dies macht die Seite schnell.

Vor einigen Tagen habe ich eine erste Version meines preDispatchers eingespielt. Erwartungsgemäss muss man ein paar Kinderkrankheiten ausmerzen. Aber erste Ergebnisse in der Webseiten-Statistik (Matomo) zeigen, dass es eine gute Entscheidung war: die mittleren Seiten-Generierungs-Zeiten sanken von über 2s auf unter 0.4s

2019-08-20-predispatcher-generation-time-in-matomo.png

Der PreDispatcher besitzt eine Debugging-Ausgabe, die die Arbeitsweise veranschaulicht und den Unterschied deutlich macht. Das ist ein ungecachter Aufruf einer Seite mit Fullpage Cache in C5 - also inkl. Bootstrapping + Auslieferung einer in C5 gecachten Seite:

2019-08-20-predispatcher-uncached-concrete5-request-of-fullpage-cached-page.png

Der PreDispatcher speichert den Request, der nicht im Cache ist (oder dessen Caching Zeit abgelaufen ist). Der nächste Request auf dieselbe Seite wird dann schnell. Richtig schnell:

2019-08-20-predispatcher-cached-request.png

Wie lange eine Seite aus einem Cache kommt? Man definiert einen Default für alle Seiten. Mit einer Liste von Regex für aufzurufende URLS kann man die Standard-Vorgabe übersteuern und einen neuen Wert zuweisen.

Zudem gibt es eine Erkennung, was nicht gecacht werden darf - oder wo ein Cache verworfen werden muss. Ich kann mich im C5 Backend einloggen - und der Cache jeder mit Login aufgerufenen Seite wird verworfen.

Ich bin wohl auf dem richtigen Weg. Aber ein wenig Feintuning braucht es noch. Bei Interesse, schaut auf Github … oder fragt mich an :-)

Der PreDispatcher ist Freie Software - unter GNU GPL 3!

weiterführende Links:

  1. Github: pre-dispatcher for more speed
  2. Concrete5 webseite

post.ch: “keine Sendung” im Kundencenter - und Paket verpasst

Montag, 19. August, 2019

Ich habe mir 6 Pakete an meine Adresse in Bern gesendet. 4 sind bereits da … auf 2 warte ich noch.

Bei der Schweizer Post kann man sich auf dem Webportal registrieren. Und dann hat man ein “Kundencenter”, wo man eintreffende Sendungen verfolgen, die Lieferung auf eine andere Adresse ausliefern lassen kann u.v.m. In Erwartung dass noch 2 Pakete ausstehen, habe ich mich registriert.

Sonntagabend … habe ich geschaut, ob denn zum Montag ein Paket zugestellt werden würde … ich habe es als NEIN interpretiert:

2018-08-19-post_ch_keine_sendungen.png

Montag … nach der Arbeit: ich habe im Briefkasten eine Info, dass mir ein Paket nicht zugestellt werden konnte. Hm, toll. Dann habe ich wohl zu viel von dem Service erwartet.

Was aber tadellos funktioniert: Ich kann nun auf post.ch vom Zettel der Post (a.k.a. “Abholungseinladung”) den Abholcode bei https://www.post.ch/abholungseinladung eingeben, dann auf den Pin zum Hinzufügen klicken, und voila - dann sehe ich beim Wechsel in das Kundencenter mein Paket, dass auf eine Abholung wartet:

2018-08-19-post_ch_abholung.png

OK, das wusste ich ja, das steht ja auch auf dem Zettel drauf.

Wie soll ich eine Sendungsnummer vorab kennen, damit ich sie eingeben kann?

Die Sendungsnummern aller meiner Pakete habe ich noch von der Aufgabe auf der Postfiliale in D vor mir liegen. Diese werden jedoch nicht als Eingabe auf post.ch akzeptiert. Scheinbar wird es in er Schweiz umgelabelt: bei der Sendung, die nun zur Abholung bereit ist, sieht die Sendungsnummer der Schweizer Post komplett anders aus. Ich kann absolut keine der Angaben auf dem Abholschein der Schweizer Post mit irgendeiner Angabe auf den Quittungen der Deutschen Post matchen. Man hat als Kunde verloren.

Irgendwie hat sich mir der Sinn dieser Funktion “meine Sendungen” noch nicht ganz erschlossen. Ich will doch *vorher* wissen, ob ein Paket eintrifft, oder etwa nicht??? Es klingt nach einer guten Idee - ist aber praktisch nicht verwendbar. Gut gemeint ist das Gegenteil von gut gemacht.